SÜDRÜGEN / PUTBUS

Der Süden Rügen hat es in sich. Zwar geht es hier nicht so turbulent wie in den Seebädern zu und gibt es nicht ganz so viele Veranstaltungen für Urlauber, nicht Restaurant an Restaurant – aber dafür ein unheimlich großes Stück echtes, oft ursprüngliches Eiland. Denn hier – in den die Deutsche Alleenstraße Richtung Stralsund säumenden Dörfern – ticken die Uhren tatsächlich etwas langsamer. Hier mag man es eher unaufgeregt, nicht so geleckt. Diese Region Rügens punktet einfach mit ganz viel Natur und Charme: kurvige, mit alten dickstämmigen Bäumen versehene Straßen, weite Getreidefelder, schilfgesäumte Buchten am Bodden, alte Höfe.

Nicht nur mit Natur sondern auch beeindruckender Architektur kommt hingegen die Fürstenstadt Putbus dahei. Mit ihren berühmten, in strahlendem Weiß gekleideten klassizistischen Bauten wie Theater, Pädagogium und Orangerie kommt sie im Gegensatz zu den Dörfern und Rügens ältester Stadt Garz einige Kilometer weiter recht mondän daher und bietet viel fürs Auge.

Umgebung:

Lauterbach ist ein Ortsteil von Putbus. Der Name geht auf die Frau des Fürsten zu Putbus, eine geborene von Lauterbach zurück. Der Ort punktet heute vor allem mit dem über 100 Jahre alten Hafen, Hotels und Restaurants, der Bootswerft und der Marina „Im Jaich“. 1890 wurde die Eisenbahnstrecke von Bergen nach Lauterbach fertig gestellt und wird heute von einer Regionalbahn sowie der berühmten Kleinbahn, dem Rasenden Roland, angesteuert. Das historische Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Insel Vilm liegt im Greifswalder Bodden, ist 2,5 Kilometer lang, knapp 94 Hektar groß, erhebt sich bis zu 38 Meter über den Meeresspiegel und zeichnet sich durch eine einzigartige und geschützte Flora und Fauna aus. Bereits 1936 wurde sie als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seit Oktober 1990 ist sie Bestandteil des Biosphärenreservates Südost-Rügen. Anders als zu DDR-Zeiten, als die Parteivorsitzenden und Funktionäre hier ihre Ferienbungalows vollkommen abgeschirmt bezogen, ist die Insel Vilm heute wieder für Naturfreunde zugänglich. Die Stadt Putbus bietet täglich eine öffentliche Führung für maximal 30 Personen an. Anmeldungen: Fahrgastreederei Lenz, Tel. (038301) 61896.

Wreechen ist ein kleines Dorf zwischen Putbus und Neukamp. Nach der politischen Wende 1989 entstanden in Wreechen diverse Neubauten. Diese veränderten das Ortsbild zwar nicht grundlegend, das ursprünglich offene, eher einer Streusiedlung entsprechende Dorfbild näherte sich jedoch dem Bild eines Straßendorfes an. Viele schöne Häuser und liebevoll gestaltete Vorgärten prägen dieses.

Neukamp ist ein kleines Dorf direkt am Bodden mit ganzjährig bewohnten Einfamilien- und wenigen Ferienhäusern. Neukamp ist vor allem durch das Restaurant Nautilus inselweit bekannt. Nach dem Vorbild des Phantasie U-Bootes des Kapitän Nemo aus dem Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne entstand 1995 ein Erlebnis-Restaurant der ganz besonderen Art. Bis ins kleinste Detail wurde die U-Boot-Kulisse der Nautilus nachgebaut. Die Gasträume sind in Ruder- und Maschinenraum, sowie Mannschafts- und Kapitänsmesse aufgeteilt.