MÖNCHGUT

Die Halbinsel Mönchgut

Der Landstrich, den die Ostsee von drei Seiten umspült und der im Biosphärenreservat Südost-Rügen liegt, zählt zu den wahren Schätzen der Insel. Wer einmal einen Streifzug über die Halbinsel Mönchgut unternahm, die Vielfalt der Boddenlandschaft mit ihren Hügeln und Heiden, den Kilometer langen Sandstränden, den verträumten Fischerdörfern auf der einen und den Glanz und Charme versprühenden Ostseebädern mit ihrer charakteristischen Architektur auf der anderen Seite einmal erkundet hat, den lässt diese Region nicht mehr los.

Lobbe, Middelhagen, Mariendorf und Alt-Reddevitz bilden eine Gemeinde. Vor allem die Landzunge des Ortes Reddevitz gehört zu einer der reizvollsten Ecken der Insel Rügen. Die Halbinsel trennt die Bodden Having und Hagensche Wiek. Die vier Orte lassen sich gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden und bieten Rügenurlaubern eine sehr ursprüngliche und durch Kernzonen des Biosphärenreservates geschützte Region Deutschlands größter Insel. Starten Sie beispielsweise in Lobbe. In der Höhe der Reha-Klinik am Göhrener Südstrand fahren Sie über den Feldweg nach Middelhagen. Hier erwarten Sie der alte Gutshof und eines der ältesten Gasthäuser auf Rügen. Erkunden Sie Middelhagen mit seinen typischen rohrgedeckten Häusern und der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Backsteinkirche. Der nächste Ort ist Mariendorf, auf platt Marikkendörp. Hier können Sie viele typische Bauten sehen und auch schon Alt-Reddevitz mit seinem Reiterhof ins Visier nehmen. Fahren Sie ruhig einmal bis ins Höft hinein. Die Landschaft ist einmalig, ein weiter Blick über das gesamte Mönchguter Land eröffnet sich von einem der zahlreichen Hügel aus. Hier stört kaum etwas das Natur suchende Auge. Blaue See, grüne Wiesen, im Mai weite knallgelbe Rapsfelder und im Juli und August das Farbenspiel von blauen Kornblumen im roten Mohnfeld – hier wollen Sie garantiert so schnell nicht weg.

Die beiden Gemeindeteile Gager und Groß Zicker sind durch die, auch wenn sich Urlauber aus Süddeutschland beim Anblick dieser Schlapp lachen, Zickerschen Alpen voneinander getrennt. Das einstige Fischerdorf Gager, direkt am Bodden „Hagensche Wiek“ liegt inmitten des Biosphärenreservates Südost-Rügen und besitzt damit einen ganz besonderen naturgeschützten Status. Die Hügel, die Gager vom Nachbardorf Groß Zicker trennen, vor allem die Magerrasen rund um den Bakenberg und die wärmeliebenden Waldgesellschaften, die Heimat vieler Pflanzenarten die auf der Roten Liste stehen sind es, die diese Region so einzigartig machen. Wenn Sie in das Höft von Gager spazieren, können sie die Landzunge am Hochufer oder auch unten am steinigen Naturstrand umrunden und kommen in dem Nachbardorf Groß Zicker wieder raus. Der Ortsname Zicker ist vom slawischen „Sikor“ abgeleitet und bedeutet „Meisenort“. Hier finden Sie das bekannte Pfarrwitwenhaus, ein Lehmfachwerkhaus von 1723. Ein weiteres historisches Baudenkmal ist die Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihren berühmten bunten Bleiglasfenstern.

Zum Ostseebad Thiessow gehört der Ortsteil Klein Zicker, der über eine kleine Nehrung erreichbar ist. Das kleinste Ostseebad der Insel Rügen feierte im Jahr 2010 seinen 650. Geburtstag. Heute durch seine drei Strände, den bei Surfern beliebten Weststrand und den zum Baden und Sonnen perfekten breiten und feinsandigen Strand im Osten sowie dem Naturstrand im Süden, dem Deich zum Radfahren und Inlineskaten charakterisiert, spielte der Ort in der Geschichte eine wichtige Rolle. Thiessow war Hauptstation des Lotsenwesens auf Mönchgut. Der Turm hoch über dem Oststrand wurde in den 90er Jahren aufwendig restauriert und bietet von der Aussichtplattform einen atemberaubenden Blick über die offene Ostsee, die Inseln Oie und Ruden sowie auf das ganze Mönchguter Land.