GRANITZ

Die Granitz und das Jagdschloss

Die klare Luft an der Küste lockt immer zu langen Strandspaziergängen und Wanderungen. Besonders schöne Wege führen durch das Waldgebiet der Granitz, dem größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiet (ca. 1100 Hektar, geprägt durch die Eiszeit) auf der Insel Rügen zwischen den Ostseebädern Sellin und Binz. Die verschieden langen Routen, zum Beispiel über den 104 Meter hohen Tempelberg, wo der Fürst zu Putbus im 19. Jahrhundert das Jagschloss Granitz errichten ließ oder entlang von Hochmooren und dem sogenannten Schwarzen See, vorbei an der Grabanlage Finnischer Krieger und der Kreuzeiche sind zu jeder Jahreszeit ein absolutes Muss für Wanderer und Naturfreunde.

Allee-auf-Ruegen_MG_9814Übrigens: Wer nicht alleine in der Granitz auf Tour gehen möchte, kann sich geführten Wanderungen anschließen. Die Kurverwaltungen Binz und Sellin bieten diese ganzjährig an. Ein Blick in die jeweiligen Veranstaltungskalender genügt. Und wenn Sie doch lieber auf eigene Faust unterwegs sind, dann sind die wichtigsten Wanderwege natürlich auch ausgeschildert.

TIPP: Wer nicht so gut zu Fuß unterwegs oder körperlich beeinträchtigt ist, kann die Granitz auch während einer nostalgischen Bahnfahrt der Rügenschen Kleinbahn, dem „Rasenden Roland“, quer durch die Granitz von Sellin nach Binz oder anders herum erkunden. Über den Fahrplan geben die Touristinfos Auskunft oder Sie schauen einfach mal unter www.rasender-roland.de nach.

Lancken-Granitz

Der kleine Erholungsort Lancken-Granitz, der sich vom Festland kommend nur vier Kilometer vor dem Ostseebad Sellin links und rechts der B96 erstreckt, wurde um 1250 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemeinde liegt dem Waldgebiet Granitz zu Füßen und wird auf der anderen Seite von drei Gewässern gerahmt: dem Neuensiener See, dem Bodden namens Having und dem Rügischen Bodden. Auf dem höchsten Punkt des Dorfes wurde im 15. Jahrhundert die gotische Backsteinkirche St. Andreas auf Findlingen errichtet. An den Seiten der achteckigen hölzernen Kanzel befinden sich gemalte Halbfiguren von Christus, Johannes dem Täufer, von Evangelisten und Pastoren, ein Wappen der Familie zu Putbus, Hausmarken, Monogramme und Bibelzitate in Niederdeutsch. Auf der Kanzeltür wird der Apostel Andreas dargestellt. Der Altaraufsatz aus dem Jahre 1818 zeigt eine Kopie des Madonnengemäldes des italienischen Renaissance-Malers Antonio da Correggio. Die Wandmalereien und das älteste Ausstattungsstück, ein hölzernes Kruzifix, stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Zu Lancken-Granitz gehören acht kleine Ortsteile, von denen die meisten nur wenige Häuser zählen: Garftitz, Burtevitz, Dummertevitz, Gobbin, Neu Reddevitz, Preetz, Zarnekow und Blieschow. Kurz hinter Lancken-Granitz, der Dorfstraße folgend, leitet der sogenannte Fünffingerweg den Besucher zu den schönsten Perlen dieser Region. Über die Dörfer Burtevitz und Preetz zum Beispiel erreichen Sie den Selliner Ortsteil Seedorf über eine kleine Brücke. Hier können Sie nicht nur frischen Fisch genießen sondern auch den Ausblick auf die zahlreichen Segelyachten, die sich in einer der beliebtesten Häfen der Insel einen Liegeplatz gesichert haben.

Geradeaus statt links abzubiegen, erwartet Sie am Ende des Weges Neu Reddevitz. Ein kleiner Anlandeplatz der Fischer und ein unberührter Naturstrand mit einem einmaligen Blick auf die Insel Vilm sowie die alten mit Schilf gedeckten Häuser haben bislang jedem Besucher ein Stück ursprüngliches Rügen geschenkt.

Am Fünffingerweg rechts abgebogen, führt er Radler und Wanderer direkt über Groß Stresow in die Fürstenstadt Putbus. Eine Tour, die Sie unbedingt in Ihre Urlaubsplanung aufnehmen sollten.

Auf der anderen Seite der Bundesstraße können Erkundungswillige über die Ortschaft Blieschow und eine der schönsten Alleen mit altem Kopfsteinpflaster das Jagdschloss Granitz erreichen. Der Weg zu diesem, auf dem etwa 100 Meter ü. NN gelegenen Tempelberg lohnt sich aber auf jeden Fall.

Tipp: Die Hünengräber bei Lancken-Granitz

Rügen-HünengrabDie steinzeitlichen Großsteingräber bei Lancken-Granitz umfassen sieben sog. Großdolmen, die sich etwa einen Kilometer südwestlich des Dorfes Lancken-Granitz Richtung Neu Reddevitz befinden und ausgeschildert leicht zu entdecken sind. Der Komplex stellt die größte auf Rügen zumindest teilweise erhalten gebliebene Anlage dieser Art dar.

Von den im Jahr 1829 an dieser Stelle noch verzeichneten 19 Großsteingräbern sind jedoch heute 12 nicht mehr vorhanden. Eine archäologische Untersuchung fand in den 70er Jahren durch das Landesamt für Bodendenkmalpflege Schwerin statt. Obwohl die Mitarbeiter damals davon ausgingen, das sämtliche Gräber geplündert waren, konnten noch Grabbeigaben gefunden werden. Diese werden in etlichen Museen des Landes ausgestellt.